Santiago de Compostela 🇪🇸

Es heißt ja immer, dass alle Wege nach Rom führen. Für Spanien gilt allerdings: alle Wege führen nach Santiago de Compostela. Nicht nur Antonio aus Avanca und Harpe Kerkeling sind bereits in die Hauptstadt der nordwestlichen Region Galiciens gepilgert, sondern auch Millionen von Pilgerinnen und Pilgern aus aller Welt. Denn die Stadt ist der bekannte Endpunkt des Jakobswegs (Camino de Santiago). 

An der Kathedrale kann man ständig beobachten, wie sich Menschen in die Arme fallen oder andächtig mit Wanderstock und Rucksack auf die Kathedrale schauen. In ihr soll der Apostel Jakobus begraben sein, ihre Dächer sind begehbar und innen wird zu besonderen Anlässen ein riesiges Weihrauchfass, der Botafumeiro, geschwenkt. Kurz: die Kathedrale ist legendär. Zudem steht sie inmitten einer Altstadt, die die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt hat. Wir legen euch deshalb eine Führung ans Herz, an der auch wir teilgenommen haben: Walkin & Eatin Galicia bietet täglich sogenannte freetours an, zu denen man sich online anmelden kann. Eine Tour dauert rund 2 Stunden und danach geht man mit ganz anderen Augen durch die Stadt: entdeckt verschieden große Schornsteine und weiß um deren Bedeutung, kann sehen welches Haus der Stadt zur Uni oder zur Kirche gehört, kennt Bars in den kleinsten Gassen und weiß, warum in 2022 ein ganz besonderes Licht leuchtet auf der Kathedrale.

Papst Franziskus hat wegen der Pandemie das Heilige Jakobusjahr verlängert. Das Licht im Turm der Kathedrale leuchtet nur, wenn die sogenannte heilige Pforte geöffnet ist. Diese hat für viele eine große Bedeutung, da sie nur denn nur in den heiligen Jakobusjahren geöffnet wird. Das ist nur der Fall, wenn der Namenstag des Jakobus auf einen Sonntag fällt. Dies war zuletzt 2021 und wurde vom Papst flexibel um ein Jahr verlängert. Wer durch die Pforte an der Seite der Kathedrale hindurchgeht, erfährt einen vollkommenen Ablass von der katholischen Kirche, sprich: er oder sie ist mit einem Schlag alle Sünden los. Als wir durch die Tür geschritten sind, wussten wir von dieser Regelung nichts (wir haben die Tour erst am nächsten Tag gemacht).

Was auch wirklich lohnenswert ist, ist eine Dächerführung: eine Stunde waren wir auf den Dächern der Kathedrale unterwegs. Ein echtes Erlebnis, das unbedingt einige Tage vorab reserviert werden sollte. 

Während der Jakobsweg für die meisten Pilgerinnen und Pilger mit dem Besuch der Kathedrale in Santiago de Compostela endet, wandern einige weiter bis ans Meer – nach Finisterre. Am gleichnamigen Kap steht der berühmte Stein des Caminos, der den Nullpunkt der Strecke markiert: Kilometer 0. Viele Menschen haben an dieser Stelle damals das erste Mal das Meer gesehen und eine Muschel als Erinnerung und Beweis mitgebracht. Die Muschel ist es deshalb, die den Pilgerweg in ganz Europa kennzeichnet. Zu empfehlen ist der Besuch dieses Ortes aber nicht nur für Pilgerinnen und Pilger: Aus europäischer Sicht war damals am Kap Finisterre die Welt zu Ende.  

Ganz in der Nähe rauscht außerdem ein Wasserfall in die Tiefe (dies ist eine Besuchsempfehlung!): zu finden unter „Cascada de Ézora“. Der Wasserfall selbst ist toll, aber auch die Mündung des Flusses in das Meer ganz in der Nähe ist ein wunderbarer Platz.